Nicht alles geht. Aber das Wichtige muss gehen.
In meinen bisherigen Beiträgen ging es um Dinge die notwendig und wichtig sind:
Straßen sanieren. Schulen verbessern. Sichere Schulwege schaffen. Sportflächen und Anlagen erhalten. Gebäude modernisieren.
Das sind keine Luxuswünsche. Das sind Aufgaben, die unsere Gemeinde machen muss. Oder auf Plattdeutsch:
Watt mutt, dat mutt!
Aber klar ist auch: Das alles kostet Geld.
Und der Haushalt unserer Gemeinde zeigt deutlich: Großheide kann keine großen Sprünge machen. (Link zum Haushaltsplan 2026)
Zum Jahresende 2025 geht die Kämmerei von einem Schuldenstand von rund 13,1 Mio. Euro aus. Laut Finanzplanung kann dieser in den nächsten Jahren deutlich steigen – bis auf rund 28 Mio. Euro im Jahr 2029.
Das ist der Punkt, an dem man ehrlich sein muss: Mehr Schulden bedeuten auch mehr Zinsen und Tilgung. Und dieses Geld fehlt dann später für andere Dinge.
Deshalb müssen Ausgaben stärker auf den Prüfstand.
Nicht nach dem Motto: Wir machen gar nichts mehr.
Sondern nach dem Motto: Was muss wirklich sein? Was bringt Großheide weiter? Was können wir anders, klüger oder gemeinschaftlicher lösen?
Wir dürfen notwendige Dinge nicht endlos vor uns herschieben. Turnhalle, Schulen, energetische Sanierungen, Straßen und öffentliche Gebäude werden nicht besser, wenn wir warten.
Aber wir müssen bei jeder größeren Ausgabe auch fragen:
Passt das zu unseren Zielen für Großheide? Hilft es uns langfristig?
Oder bindet es Geld, das wir an anderer Stelle dringender brauchen?
Genau deshalb brauchen wir aus meiner Sicht auch ein klareres Zielbild für unsere Gemeinde. Wenn wir wissen, wohin Großheide sich entwickeln soll, können wir besser entscheiden, wofür wir Geld ausgeben – und wofür vielleicht nicht.
Sollten die öffentlich angekündigten Mittel aus dem Niedersächsischen Kommunalinfrastrukturfördergesetz in der erwarteten Höhe kommen, wäre das eine große Chance.
Aber auch dieses Geld sollten wir nicht einfach für neue Wunschprojekte verplanen. Aus meiner Sicht muss es vor allem helfen, notwendige Investitionen zu stemmen und neue Schulden möglichst zu begrenzen.
Für mich heißt das: Nicht alles auf einmal. Nicht alles auf Pump. Aber auch nicht einfach nichts tun.
Und vor allem:
Keine Wahlkampfversprechungen, die man später nicht halten kann.
Wir müssen ehrlicher rechnen, klarer priorisieren und stärker darauf achten, was Großheide langfristig handlungsfähig macht.
Und eines ist auch klar: Nur sparen wird nicht reichen.
Wenn wir wieder mehr Spielraum bekommen wollen, müssen wir auch über Einnahmen sprechen. Über eine Gemeinde, die attraktiv bleibt für Familien. Über gute Rahmenbedingungen. Über Standortqualität.
Und natürlich über Wirtschaftsförderung, Gewerbegebiet, schnelles Internet und Mobilfunk.
Darum geht es als Nächstes.