Schule? Mit Sicherheit.
In dieser Woche starten unsere Kinder ins neue Schuljahr.
Die Ferien sind rum – und ich hoffe, dass viele Familien die Zeit genießen konnten. Für manche Kinder geht es jetzt einfach weiter, andere wechseln die Schule, und für die neuen Erstklässler beginnt ein ganz neuer Abschnitt.
Nach den Ferien richtet sich der Blick also wieder auf die Schule.
Und Schule ist neben der Familie einer der wichtigsten Orte im Alltag unserer Kinder. Dort wird bereits in der Grundschule der Grundstein gelegt: Lesen, Schreiben, Rechnen – aber auch das Lernen an sich, der Umgang miteinander, Selbstständigkeit und Vertrauen.
Deshalb ist es wichtig, dass Kinder gerne zur Schule gehen. Dass sie sich dort wohlfühlen. Und dass sie sicher hin- und wieder nach Hause kommen.
Ich beschäftige mich schon lange mit den Themen Schule und Kindergarten in unserer Gemeinde. Nicht aus der Ferne, sondern aus dem eigenen Alltag. Meine Kinder haben Krippe und Kindergarten in Großheide durchlaufen. Ab dieser Woche ist mein jüngster Sohn in der vierten Klasse der Freya-Fresena-Grundschule, mein ältester Sohn ist inzwischen in Klasse 7 am Ulrichsgymnasium in Norden.
Ich kenne viele dieser Themen also nicht nur aus Sitzungen oder Unterlagen, sondern aus dem täglichen Erleben. Aus Gesprächen am Mittagstisch. Aus dem, was meine Kinder erzählen, wenn sie nach Hause kommen.
Als mein Großer seinerzeit eingeschult wurde, war digitale Bildung ein großes Thema. Es gab kaum digitale Ausstattung, keine Tablets für die Kinder und auch schnelles Internet war an der Schule damals eher Wunsch als Wirklichkeit. Schon damals habe ich mich dafür eingesetzt, dass sich daran etwas verändert und die Modernisierung der Schule vorankommt. Mein Jüngster geht gerne zur Schule. Er hat eine wundervolle Klassenlehrerin, tolle Freunde und gute Klassenkameraden. Und trotzdem ist dort nicht alles so, wie es sein sollte.
Aktuell sind vor allem die sanitären Anlagen der Grundschule immer wieder Thema. Bei Lehrkräften, bei Eltern – und vor allem bei den Kindern.
Und ich finde: Wenn Kinder so etwas regelmäßig ansprechen, muss man das ernst nehmen.
Die neuformierte Wählergruppe „Miteinander für Großheide – MfG+“ hat das Thema neulich auf Social Media aufgegriffen und wurde dafür kritisiert, ein Bild gepostet zu haben, das die Toiletten als verdreckt darstellte.
Dreckig sind die Toiletten nicht. Die Reinigungskräfte an unseren Schulen machen einen guten Job. Es geht nicht darum, deren Arbeit schlecht zu reden und das war sicher auch nicht die Intension des MfG+.
Das eigentliche Problem ist ein anderes: Die sanitären Einrichtungen sind alt. Es gibt einen deutlichen Investitionsstau. Gefühlt wurden diese Bereiche seit dem Bau der Schule Anfang der 80er Jahre nicht grundlegend modernisiert.
Mein Sohn sagt regelmäßig, dass er die Toiletten im Gebäude nicht gerne nutzt, weil es dort unangenehm riecht. Wenn es sich vermeiden lässt, geht er dort nicht aufs Klo, sondern wartet bis zu Hause. Und er ist damit kein Einzelfall. Viele Eltern berichten Ähnliches.
Das ist keine Wahlkampfpropaganda. Das sind die Rückmeldungen der täglichen Nutzer dieser Einrichtung: unserer Kinder.
Ein weiteres Thema ist die Sicherheit.
Die Toiletten im Außenbereich werden offenbar eher genutzt als die kleinen Sanitärräume im Inneren. Gleichzeitig sind diese Außentoiletten während der Schulzeit offen und von außerhalb des Geländes schnell erreichbar. Dort sind weder Räume noch Kinder so im Blick, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Im Gespräch mit Lehrkräften wurde mir sehr deutlich gesagt, dass dieser Zustand zumindest ein ungutes Gefühl auslöst.
Auch das darf man nicht einfach wegschieben.
Schule bedeutet eben nicht nur Unterricht. Schule bedeutet auch Gebäude, Wege, Toiletten, Sicherheit, Betreuung und Alltag.
Und damit sind wir beim nächsten Punkt: dem sicheren Schulweg.
In Ostermoordorf gibt es seit einiger Zeit eine deutliche Diskussion über mehr Sicherheit auf dem Schulweg. Eine Petition dazu hat sehr schnell über 1.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden. Das zeigt: Dieses Thema bewegt viele Menschen. Wir als Freie Wählergruppe Großheide haben das Thema mit einem Antrag in den Gemeinderat eingebracht. Diskutiert und entschieden ist es aber noch nicht.
Ich finde: Man darf bei solchen Fragen nicht nach dem Motto handeln: „Bislang ist ja nichts passiert.“ Das ist für mich kein Argument.
Gerade wenn es um Kinder geht, darf man nicht erst warten, bis etwas passiert. In dem Bereich hat es schon schwere Unfälle gegeben. Auch die Querung der Großheider Straße ist für viele Eltern ein Punkt, bei dem sie kein gutes Gefühl haben.
Der offizielle Schulweg für Kinder aus dem nördlichen Bereich bedeutet nach meinem Verständnis: über die Großheider Straße rüber, den Radweg hoch bis zur Brücke, dort erneut über die Großheider Straße, dann entlang der Dorfstraße bis zur Kirche und weiter zur Schule.
Das ist lang. Und mit den Querungen aus meiner Sicht auch nicht ideal. Deshalb braucht es hier eine pragmatische Lösung, bei der Sicherheit vor Bürokratie geht.
Ein Punkt, der mich aus meinem eigenen Erleben auch immer wieder beschäftigt, ist die Straßenbeleuchtung.
In vielen Siedlungsstraßen fehlt Beleuchtung komplett oder sie ist nur sehr schwach vorhanden. Jetzt, im Sommer fällt das kaum auf. Aber im Herbst und Winter ist es morgens wieder lange dunkel – und dann wird daraus schnell ein echtes Sicherheitsthema.
Mein ältester Sohn und viele andere Kinder aus unserer Gemeinde gehen im Winterhalbjahr morgens vor 7 Uhr zur Bushaltestelle. Oft in dunkler Kleidung, bei schlechtem Wetter, zwischen parkenden Autos, Mülltonnen, Verkehrsinseln, Kurven und engen Straßenbereichen.

Ich habe mehr als einmal erlebt, dass Autofahrer Kinder erst spät erkennen konnten. Nicht, weil jemand rücksichtslos war, sondern weil man Kinder in der Dunkelheit einfach schlechter sieht.
Auch an manchen Bushaltestellen ist die Ausleuchtung dürftig. Im letzten Winter fand ich es mehrfach grenzwertig, wie nah Kinder dort in fast völliger Dunkelheit am Straßenrand warten mussten.
Deshalb ist das für mich eines der wenigen Themen, die ich ganz bewusst schon jetzt sehr konkret benennen möchte:
Ich möchte das Thema sichere Schulwege und bessere Beleuchtung in den kommenden Jahren hoch priorisieren.
Mir ist bewusst, dass ein Bürgermeister kein „Wünsch dir was“ spielen kann. Mir ist auch bewusst, dass unsere Kassen auf Kante genäht sind. Genau deshalb mache ich keine wilden Versprechen.
Aber ich halte es für realistisch, über mehrere Jahre ein Programm aufzulegen, mit dem zuerst die wichtigsten Stellen erfasst und dann Schritt für Schritt verbessert werden.
Zum Beispiel bei Bushaltestellen, Schulwegen, dunklen Kreuzungen und besonders kritischen Bereichen in den Ortsteilen.
Denkbar wäre ein jährliches, überschaubares Budget, mit dem jedes Jahr eine feste Zahl zusätzlicher Leuchtpunkte geschaffen wird. Wenn man zum Beispiel über acht Jahre jeweils 25 neue Leuchtmasten setzt, wären das am Ende 200 zusätzliche Lichtpunkte in der Gemeinde.
Ich habe mich dazu bereits erkundigt. Es gibt heute Lösungen im Bereich solarbetriebener Straßenbeleuchtung, die ohne aufwendige Stromzuführung per Kabel auskommen und dadurch beim Aufbau einfacher sein können. Mit intelligenter Steuerung und Sensorik lässt sich außerdem vermeiden, dass Lampen die ganze Nacht unnötig hell leuchten. Sie können bedarfsgerecht reagieren, den Verbrauch senken und trotzdem Sicherheit schaffen. Sie erkennen einen Passanten, schalten sich ein und melden dies proaktiv an der nächsten Lichtsäule - der Weg vor einem erhellt sich. Danach geht das Licht wieder aus.
Konkreter Ansatz: Solarleuchten für dunkle Schulwege
Vorteile:
- netzunabhängig durch Solarpanel und Akku
- keine aufwendige Kabelverlegung nötig
- LED-Technik mit geringem Verbrauch
- Bewegungsmelder / intelligente Steuerung möglich
- Licht dort, wo es gebraucht wird
- geeignet für Fußwege, Nebenstraßen, Haltestellen und Parkplätze
- schrittweise umsetzbar, statt alles auf einmal machen zu müssen
Das wäre eine konkrete Verbesserung im Alltag.
Es profitieren alle, die morgens oder abends zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Kinder auf dem Schulweg. Erwachsene, Sportler und Spaziergänger.
Wir werden nicht jedes Problem an unseren Schulen und Schulwegen sofort lösen können. Aber wir können anfangen, die Dinge sauber zu benennen, zu priorisieren und Schritt für Schritt abzuarbeiten.
Für mich ist klar:
Unsere Kinder sollen gerne zur Schule gehen.
Sie sollen sich dort wohlfühlen.
Und sie sollen sicher ankommen und sicher wieder nach Hause kommen.
Das ist keine Nebensache. Das ist eine Grundlage.