Straßensanierung in Großheide: fair, planbar, finanzierbar

Straßensanierung in Großheide: fair, planbar, finanzierbar

Ich habe schon im Zeitungsbericht gesagt, dass mir Authentizität wichtig ist. Das klingt schnell nach einem großen Wort, meint für mich aber etwas ganz Einfaches: Ich möchte diesen Wahlkampf so führen, dass es zu mir passt.

Dazu gehört zum Beispiel auch, dass ich mich nicht auf Wahlplakaten sehe. Das ist einfach nicht meine Art. Natürlich möchte ich trotzdem deutlich machen, welche Themen ich habe, was mir wichtig ist und wie ich bestimmte Dinge einschätze. Aber eben möglichst konkret und ohne Wahlkampf-Floskeln.

Ein Thema, das immer wieder kommt, wenn man über unsere Gemeinde spricht, ist der Zustand unserer Straßen. Und klar:
Das betrifft fast alle. Jeden Tag. Auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder zum Sport.

Viele Straßen in Großheide sind nicht in dem Zustand, den man sich wünschen würde. In diesem Bereich gibt es, wie auch an anderen Stellen, einen Investitionsstau und Nachholbedarf.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Straßensanierung ist kein Thema, das man mal eben mit einer einfachen Ankündigung löst.

Unsere Gemeinde hat rund 180 Kilometer Straßen. Viele davon könnten eine Sanierung oder zumindest eine Verbesserung gebrauchen. Das kostet viel Geld. Und mit Blick auf unseren Haushalt ist klar: Wir können nicht einfach Straße um Straße sanieren, als wäre das nur eine Frage des Wollens.

Aus meiner Sicht haben wir in Großheide trotzdem seit Jahren einen vernünftigen Ansatz. Denn das Thema Straßensanierung hat Priorität. Es gibt im Haushalt einen festen Ansatz von 500.000 Euro pro Jahr für Straßensanierungen. Die Fraktionen im Rat schlagen Straßen vor, die saniert werden sollen. Anschließend wird geschaut, was dringlich ist und was im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten umgesetzt werden kann.

Wichtig ist dabei auch: Die Anliegerbeiträge für den Straßenausbau wurden vom Rat ausgesetzt. Ich halte das für richtig. Denn sonst könnten auf einzelne Anwohnerinnen und Anwohner sehr hohe Beteiligungskosten zukommen. So werden die Sanierungen über den Haushalt getragen – also von uns allen gemeinsam. Das ist aus meiner Sicht der fairere Weg.

Geht es dadurch schnell genug voran? Nein. Aber es geht voran. Und dieses Thema wird uns noch über Jahre begleiten. Straßensanierung ist ein Marathon, kein Sprint. Für mich ist klar: Der Beschluss, die Anliegerbeiträge auszusetzen, sollte weitergeführt werden. Und auch der grundsätzliche Weg, Straßen nach Priorität und finanzieller Machbarkeit Schritt für Schritt zu sanieren, ist richtig.

Straßenbau auf Pump mit immer neuen Schulden ist für mich keine Lösung.

Zumal viele Maßnahmen nicht so einfach sind, wie sie von außen manchmal wirken. Wer mit Fördermitteln von Bund oder Land arbeiten will, muss Richtlinien, Vorgaben und Verfahren beachten. Der Linienweg ist dafür ein gutes Beispiel: eine Strecke, bei der der Handlungsbedarf offensichtlich ist, die Umsetzung aber aufgrund der Rahmenbedingungen alles andere als einfach war und ist.

Genau deshalb ist mir wichtig, auch bei solchen Themen ehrlich zu bleiben.

Ja, unsere Straßen brauchen Aufmerksamkeit.
Ja, es gibt Nachholbedarf.
Ja, wir müssen dranbleiben.

Aber wir müssen es so machen, dass es finanzierbar bleibt, fair verteilt ist und nicht nur für den Moment gut klingt.

Die Finanzen werden in den kommenden Jahren ohnehin eines der bestimmenden Themen für Großheide sein. Deshalb braucht es bei allen neuen Ideen immer auch den Blick auf Kosten, Folgekosten und Umsetzbarkeit.

Neue Ideen entstehen nicht erst im Wahlkampf. Sie entstehen dort, wo man Probleme kennt – und erlebt hat, wie aus Ideen echte Umsetzung wird.

Beim Thema Straßensanierung heißt das für mich: nicht alles versprechen, sondern Prioritäten setzen, ehrlich rechnen und Schritt für Schritt weiterarbeiten.